#Be_Weekly 35

#Be_Weekly 35

Wenn ich durch Häfen gehe, dann bin ich in Gedanken oft draußen auf dem Wasser. Erst recht, wenn ich Segelboote sehe, und wenn dann noch Traditionssegler an der Pier liegen, dann beflügelt das meine Phantasie. Es mag an der Kombination aus entsprechendem Lesestoff und der Segelei in meiner Jugend liegen. Die Sommerferien wurden immer auf dem Boot verbracht und unter Segeln machten wir Dänemarks Ostseeküste unsicher. Und gelesen habe ich für mein Leben gern die Abenteuer des Horatio Hornblower, wie an anderer Stelle schon einmal erwähnt.

Die Sommermonate verbrachte ich als Jugendlicher primär auf dem Wasser. Fußball war nicht so meins und als jemand, der einen Teil dieser Jugendzeit in Hannover verbracht hat, war ich mit dieser Einstellung relativ alleine. Nach der Schule war der erste Weg – nicht nach Hause. Sondern runter vom Schulhof der Ludwig-Windhorst-Schule, 90 Grad link und dreihundert Meter gerade aus. Da stand ich dann am Maschsee, nahm einen der Maschseedampfer, um zum Bootshaus zu kommen. Die nächsten Stunden verbrachte ich dann auf dem Wasser. Erst im Opti, dann mit einem „Flying Sailor“ und zu guter Letzt mit einem „Piraten„.

An dieser Stelle darf ich meinen Eltern danken, dass sie mir diese Zeit ermöglicht haben. Es war eine tolle Zeit und ich hatte viel Spaß auf dem Wasser.

Nach meiner Jugendzeit trat ich in das sogenannte „Erwachsenenalter“ ein, die Schule lag hinter mir und der Einstieg in das „normale Leben“ begann. Dem fiel die Segelei zum Opfer und bis vor ein paar Jahren war es mir genug, einfach am Wasser zu sitzen, auf das Wasser zu schauen und den Gedanken hinterher zu hängen. Zumal ich nach einem Motorradunfall eh ein eingeschränkt bewegliches linkes Fußgelenk habe. Was mir nicht klar war: tief in mir schlummerte etwas, das darauf wartete wieder geweckt zu werden.

Das änderte sich vor einigen Jahren, meine bessere Hälfte und ich machten eine Tagestour mit meinem alten Herrn auf der „Nele“. Das erste Mal für mich nach rund dreißig Jahren wieder an Bord. Wieder eine Pinne in der Hand zu haben, den Wind, die Segel – und den Kieler Woche-Verkehr im Auge zu haben. Ja, und seither habe ich einen Drang in mir: ich muss wieder aufs Wasser. Vaddern hat mich wieder angefixt 😉

So ein Bugspriet wie in diesem Wochenfoto hatten meine kleinen Boote natürlich nicht. Aber es steht für mich für die Abenteuer, die ich mit Horatio Hornblower erlebt habe, genauso wie die Zeit unter Segeln in meiner Jugend. Ja, manches Mal habe ich gedacht, warum haben wir kein Motorboot? Meistens dann, wenn der Wind mal wieder aus der falschen Richtung kam und wir gegen an kreuzen mussten. Aber wenn man dann wieder auf einem netten Halbwind- oder Raumschotskurs unterwegs war, dann war alles wieder schick. Und irgendwann kam dann auch der Ehrgeiz durch, beim Kreuzen den besten Kompromiss aus Höhelaufen und Geschwindigkeit herauszusegeln.

Tja, und abseits der Träumereien gab es im Eckernförder Hafen noch das eine oder andere zu sehen. Inklusive einer demolierten Telefonsäule.


52 Bilder in 52 Wochen – darum gehts bei dem Projekt #be_weekly. Mehr Infos gibt es hier.

Meine Mitstreiterinnen und Mitstreiter in diesem Jahr sind:

Melanie Schol


Stefan Seimer


Petra Georg


Henny Monel Ellermann


Klaus Sistenich


Carsten Schouler


Mark Diekmann


Günter Weber


Antje Teichler


Jörg Langer

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