#WeeklyBoys 37

#WeeklyBoys 37

Wie sieht ein Wellness-Wochenende für fotoaffine Menschen aus? Massagen? Schlammbäder? Sauna? Nö, nichts von alledem, sondern ganz anders. Man setzt sich zunächst ins Auto, fährt fast 600 Kilometer inklusive der Quälerei durch die ewige Baustelle Hamburg, kommt nach 8 Stunden in Wetzlar an – um sich mit zwei weiteren fotoaffinen Menschen zu treffen. Ok, zunächst nur mit einem, aber trotzdem ließ der erste Abend die lange und nervige Anfahrt vergessen

Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen der Fotografie. Freitagabend schon traf ich mich mit Stefan von den WeeklyBoys und wir verbrachten einen gemütlichen Abend mit lange quatschen – und den ersten Bildern des Wochenendes. Ging halt nicht ohne Kamera, aber das hatte auch niemand erwartet, oder?

Freitagmittag düste ich dann los gen Süden, Auto geladen und getankt – um dann in Hamburg im Stau zu stehen. Danke Navi. Samstag gab es ein gemütliches Frühstück, eine Führung bei Leica, Kaffee und Kuchen im Cafe Leitz (ich bin kein Tortenfan, aber die Himber-Pistazien-Torte war einfach top). Nachmittagstiße Jörg dann noch zu uns, die Ausstellung von Steve McCurry „The eyes of humanity“ wurde besucht und der Tag im Restaurant in der Stadt abgeschlossen. Sonntag ging es dann wieder retour. Mit einem Deja vú in Hamburg. Danke Navi.

Wir haben viel über Themen rund um die Fotografie sinniert, aber auch darüber was das Projekt mit uns gemacht und auch motiviert hat jede Woche aufs neue zur Kamera zu greifen und sich auf die Suche nach Bildern zu machen. Wir waren im Leitz Park und damit war Leica natürlich ein großes Thema. Zumal meine beiden Bandkollegen ja Leica-User sind. Kam ich mir mit meine Fuji fehl am Platz vor? Keinewegs. Denn wir sind uns einig: Ab einer bestimmten Preisklasse sind die üblichen Verdächtigen der Kamerahersteller in Sachen Technik schlicht dicht beisammen. Ja, im Low-Endbereich hat man immer noch die Chance auch Schrott zu kaufen, aber wenn man sich das Segment der Kameras betrachtet die für ambitionierte Amateure gedacht sind, dann kann man eigentlich nichts falsch machen. Der Tenor ist, dass man eine Kamera nicht mehr einfach nach den technischen Fähigkeiten aussucht. Sondern auch daran ob die Kamera einem liegt, ob man Spaß hat mit ihr zu arbeiten und ob sie dadurch zum verlängerten Arm wird oder einfach nur ein Stück Technik ist.

Haben wir von Wetzlar etwas gesehen? Ähm, ja schon. Den Paulaner 😉 War sehr lecker und die Preise waren auch ok. Nein, sonst haben wir die Zeit nur im Leitz Park verbracht, das war an sich auch so geplant. In einem Umfeld wo man förmlich in der Fotografie lebt einfach mal die Seele baumeln lassen oder über fotografische Themen sinnieren und diskutieren, das war Sinn und Zweck. Darin waren wir auch sehr erfolgreich. Im Vorfeld war ich am überlegen, was ich an Fototechnik mitnehme. Letztlich habe ich mir für das entschieden was ich wirklich brauchte: die Fuji nebst Speicherkarte und Ladegerät. Ganz ehrlich, ich habe auch nichts vermisst. Die Fuji hat mir so viel Spaß gemacht und ich habe mich mit ihr einfach wohl gefühlt. Das ist das was ich oben schon angerissen habe. Es kommt auch darauf an, was eine Kamere mit einem macht.

Hier also das Bild der Woche, sicher auch schon tausend Mal fotografiert, steht es aber doch auch für deutsche Fotogeschichte.

Und gerade diese Woche die so fotointensiv mit netten Menschen war, gehören weitere Bilder einfach dazu. Erst recht dann wenn man ein Wochenende lang von Bildern umgeben ist. Egal ob bei Leica selbst oder im Hotel. Es war saustark. Danke lieber Stefan, danke lieber Jörg!


3 kommentare

Hallo Christian,

na wenn das mal nicht nach meiner Heimat aussieht.

Toller Beitrag und sehr beeindruckende Bilder, wow!

Ich sollte wohl auch mal wieder in den Leitz Park gehen, er liegt ja nur rund 30km entfernt.

In Sachen Kamera ähneln wir uns wohl, meine derzeit älteste ist die Fuji X100, ergänzt noch um die X-Pro 3 für Macro etc und derzeit dafür ich auch eine Leica Q2 testen. Letztlich ist das Geschick aber wichtiger als die Ausrüstung und ich sehe mich nur als Knipser, so nebenbei, aber nicht ambitioniert, dafür habe ich zu viele Interessen. Dein Schaffen hingegen beeindruckt mich ehrlich, wow, Du kannst was..

Bleib dran.

Ich denke auch noch gerne damals an die Moped Touren zurück, doch das Moped liegt lange hinter mir, heute reizen mich Fahrräder mehr, muss im fortgeschritten Alter etwas gegen meinen Verfall tun 😉

Viele Grüße aus Mittelhessen
Martin

Hallo Martin,

gestattet mir, dass ich rot werde 🙂 Danke für Dein Lob und ich freue mich, dass Dir meine Bilder gefallen. Die Fotografie bedeutet mir sehr viel, und gerade in den letzten anderthalb Jahren hat sie mir viel gegeben. Dieses Jahr ist mit dem Projekt “WeeklyBoys” sehr intensiv und es macht einfach Spaß mindestens einmal die Woche mit der Kamera los zu ziehen und zu schauen was einem vor die Linse kommt. Die Fuji tut ihr übriges dazu, sie ist eine Kamera mit der ich wirklich gerne arbeiten mag. Ich kann Dir gar nicht genau sagen was es ist, sie hat einfach Charme und sie ist derzeit meine Lieblingskamera.

Ich erinnere mich noch gut an die Touren und denke gerne an die Zeit zurück. Auch an so Dinge wie “Ich habe mir die F650 gekauft damit ich ruhiger werde”. Ja, und dann kamen wir nach Völz und da musste jemand neue Bremsscheiben haben 😉 Meine Dicke habe ich noch, dieses Jahr aber aus verschiedenen Gründen leider nicht bewegt. Nächstes Jahr wieder.

Pass auf Dich auf und lass mal wieder von Dir hören 🙂

Viele Grüße von der Ostsee
Christian

Hallo Christian,

Danke für Deine lieben Zeilen, ja das waren noch Zeiten, damals, als ich noch jung war, dürfte jetzt so an die 25-28 Jahre her sein, wow.
Zur Kamera übrigens, damals schleppte ich auf dem Moped gerne mal meine alte Hasselblad 500C mit, mit 6×6 Dias, später dann durch eine Mamiya 6 Reisekamera ersetzt.

Ich schleppte später auch mal schwere Kamerarucksäcke herum, jetzt versuche ich das zu vermeiden. Auf eine Flusskreuzfahrt konnte die Fuji X100 zeigen was sie konnte, hatte nur die mit, minimales Gepäck, ging auch, doch für Nachtaufnahmen in Budapest fehlt mir leider ein Stativ.

Der Retro Charme der X100 gefällt auch und wenn mal zum Erwin Lindemann werde, werde ich statt mit dem Papst in Wuppertal eine Herren-Boutique zu eröffnen, den Traum in eine M10 realisieren. Da ich aber nicht Lotto spiele, kann daraus leider nichts werden ;-(

Die Fuji X3 geht ja auch in die Richtung, aber bevor ich immer einen Satz Optiken mit mir herum schleppe, dann eben doch gerne die kompakte X100.
Wenn die Q2 nicht so viele große Scheine kosten würde…, die ist auch ein Traum, allerdings gegenüber der X100 etwas mehr Weitwinkel, also 28 statt 35mm umgerechnet.

Bleib kreativ und vor allem gesund, ich freue mich auch wieder von Dir zu hören.

Liebe Grüße aus dem Hessenland an die Ostsee
Martin

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