Bilder aus der Bridge

Bilder aus der Bridge

Fotoforen sind ja schon sehr praktisch – meistens jedenfalls. Zum Austausch mit Gleichgesinnten, manches mal wandert Equipment auch von einer Hand zur nächsten – und manches Mal gibt es diese „Pixelpeeper“-Diskussionen. Das sind so Diskussionen wo meine Finger schon manches Mal auf der Tastatur lagen, der Verstand gesagt hat: lass es. Auch jüngst gab es wieder eine solche Diskussion. Landschaftsbilder aus der Bridge geht nicht.

Zunächst: was ist eine Bridgekamera? Die Kategorie der Bridgekamera gibt es schon recht lang. Wie der Name schon sagt schlägt sie quasi eine Brücke zwischen den digitalen Spiegelreflex- und Kompaktkameras. Eine Bridge baut größer als eine Kompaktkamera, hat im Gegensatz zur DSLR eine fest verbaute Optik, die in der Regel jedoch leistungsfähiger ist (oder zumindest war) als die einer Kompakten. Und wenn man Glück hat, dann ist in der Bridge auch ein relativ großer Sensor verbaut, wie bei meiner Sony DSC-R1.

Sony NEX-6 und DSC-R1

Als ich mich 2006 selbstständig mache war ich auf der Suche nach einer Kamera die für meinen Zweck geeignet war. Ich spielte mit dem Gedanken mir eine Nikon D200 zuzulegen, die damals allerdings nicht gerade die günstigste Kamera war. Ich kam analog von Nikon, so lag der Gedanke eben nahe. Ein lieber Freund machte mich dann allerdings auf die R1 aufmerksam – es war keine Liebe auf den ersten Blick, da bin ich ehrlich. Sie sah einfach komisch aus und wenn man dann das auf der Oberseite verbaute Schwenk- und Klappdisplay (Selfietauglich!!!!!) hochklappte fragte man sich, ob das nicht doch ein Mini-UFO mit Satellitenschüssel sei. Egal, sie wurde gekauft, die technischen Daten in Kombination mit dem Preis-Leistungsverhältnis sprachen eine eindeutige Sprache.

Aus anfänglicher Skepsis wurde eine tiefe Freundschaft. Sie begleitete mich in den ersten drei Jahren an sich überall hin und sie machte eine gute Arbeit. Danke Tobias für den Tipp! Selbst als ich dann doch irgendwann meine Nikon D700 hatte (ein echtes Arbeitstier) kam die R1 noch manches Mal mit auf Tour. Sie war halt doch kompakter und leichter als die Nikon und die Bildqualität war immer noch anständig. War? Ist sie heute immer noch. Denn die Bilder werden ja nicht schlechter und aus den RAW-Dateien lässt sich einiges herausholen, manches Mal bin ich da dann auch überrascht, was die heutigen RAW-Konverter da leisten. Sicher, die 10 Megapixel sind gemessen an den über 40 heutiger Systemkameras niedlich. Der Dynamikumfang mag mit heutigen Sensoren auch nicht mithalten können. Aber bitte, die R1 erblickte im August 2005 das Licht der Welt. Das ist schon eine kleine Ewigkeit.

Lange Rede, kurzer Sinn, das Eingangsthema war, ob man mit einer Bridge Landschaftsaufnahmen machen kann. Kann man. Warum auch nicht. Wie überall in der Fotografie hängt vieles an persönlichen Vorlieben und Vorstellungen ab. Für mich hat die R1 die Anforderung aber erfüllt. Was will man denn mehr?

Einige der Bilder sind übrigens nicht von mir, sondern von meiner Freundin. Denn die R1 ist auch ein klasse Lernobjekt für Fotoeinsteiger. 😉

Und die Moral von der Geschicht‘? Nur weil für einen persönlich etwas nicht so funktioniert wie man sich das vorstellt bedeutet das nicht, dass es für andere Menschen nicht doch funktionieren kann. Die eigene Meinung soll zwar gerne anderen helfen. Man sollte sie anderen Menschen nur nicht aufzwingen. Gilt übrigens nicht nur für die Fotografie. 😉

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