Der Fotograf erkrankt – und jetzt?

Der Fotograf erkrankt – und jetzt?

Als Fotograf hofft man ja, dass der Kelch an einem vorüber geht. Aber entgegen anders lautenden Gerüchten sind Fotografen auch nur Menschen und da kann es dann schon mal passieren, dass man krank wird und somit ein Termin gefährdet ist. Es steht dann die Frage im Raum: was jetzt?

Irgendwann trifft es jeden und aktuell hat es mich erwischt. Eine etwas längere medizinische Geschichte sorgt dafür, dass ich nicht gewährleisten kann für eine Hochzeit Ende diesen Monats zur Verfügung zu stehen. Das ist bitter, zumal dieser Termin seit weit über einem Jahr steht. Die Frage ist nun, wie man als Fotograf damit umgeht. Meiner Meinung nach gibt es da nur eine einzige Vorgehensweise: man macht sich auf die Suche nach Ersatz.

Das funktioniert natürlich nur wenn ein Ausfall absehbar ist. Wenn sich der Fotograf am Morgen der zu begleitenden Hochzeit das Bein bricht muss man schon viel Glück haben um Ersatz organisieren zu können – und man muss vor allem überhaupt in der Lage sein sich kümmern zu können. Bei mir ist es so, dass es eine Chance gibt an der besagten Hochzeit einsatzbereit zu sein, es kann aber auch sein, dass das eben nicht der Fall ist. Nun könnte ich pokern und hoffen, dass ich an diesem für das Brautpaar so wichtigen Tag den Job ausführen kann. Ganz ehrlich? Ich kann das mit meinem Gewissen schlicht nicht vereinbaren. Als absehbar war das der Termin von meiner Seite aus gefährdet ist, habe ich das Brautpaar informiert und den beiden gesagt, dass ich mich um Ersatz kümmere. Das habe ich getan und die Hochzeit inzwischen an eine liebe Kollegin übergeben.

Auf diese Hochzeit habe ich mich sehr gefreut, gerade weil sie soviel Vorlauf hatte und das Brautpaar alles richtig machen wollte und auch durch das rechtzeitige Kümmern auch richtig gemacht hat. Natürlich verzichte ich jetzt auch auf die entsprechenden Einnahmen und es kann tatsächlich sein, dass ich am bewussten Tag fit bin. Ärgere ich mich dann?

Ärgern ist der falsche Weg

Nein, definitiv nicht. Denn ich habe durch meine Entscheidung sichergestellt, dass mein Brautpaar an seinem Hochzeitstag einen Fotografen zur Verfügung hat. Mir gibt es im Gegenteil das gute Gefühl, meinen Job als Dienstleister der ich ja nun mal bin, nach bestem Wissen und Gewissen gemacht habe. Was mir auch das Gespräch mit der Braut bestätigt hat, die zwar schon traurig war dass ich den Job nicht machen kann, aber eben auch beruhigt war, dass ich mich eben um Ersatz gekümmert habe und sie so eine Sorge weniger haben. Wir Fotografen tragen eine gewisse Verantwortung und dieser sollten wir gerecht werden. Immer.

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