Was aus einem Foto wird – Teil 3

In den letzten Tagen war ich mal wieder am stöbern in alten Aufnahmen. Auch inspiriert durch einige Tutorials die ich mir zum Thema Capture One Pro angesehen habe. Mit Capture One Pro arbeite ich seit einigen Monaten und versuche mehr und mehr damit laufen zu lernen. Und da ist es dann schon praktisch das in Tutorials gesehene auszuprobieren, gerade wenn man wie ich langjähriger Lightroom-User ist.  Das Bild um das es heute geht, entstand auf meiner USA-Reise in Neuengland 2013. Damals war ich mit der Sony NEX-6 unterwegs.

Das Bild so wie es aus der Kamera kam hatte wenig Charme, war flau und sprach mich irgendwie auch bei der Durchsicht gar nicht mehr so an wie ich das an sich mal „gesehen“ hatte. Sein Schicksal war besiegelt und es landete einfach im Archiv. Als ich jetzt wieder über das Bild „fiel“ erschien es mir der geeignete Kandidat zu sein um daran zu experimentieren. Hier also das Ursprungsbild:

Ein trostloses Bild. Das Wetter war an dem Tag nicht so der Bringer, es war zwar angenehm warm, so dass die Jacke im Auto bleiben konnte, aber nun ja. Also letztlich genau der richtige Kandidat um auszuprobieren was denn wohl geht. Und es ging einiges. Im wesentlichen waren es vier Schritte die ich hier unternommen habe:

  1. Gesamthelligkeit und Schärfe anheben, Bildformat auf 16:9 schneiden.
  2. Himmel mehr Drama spendieren (Verlauf mit Klarheit und den Tiefen etwas mehr kühlere Farbtemperatur zugeben).
  3. gleiches Spiel mit dem Wasser.
  4. Ufer nochmals in Sachen Helligkeit anheben, etwas Klarheit dazu und die Farbtemperatur für diesen Streifen erhöhen.

Fertig. Entstanden ist ein komplett neues Bild:

Diese Version ist wie oben schon erwähnt in Capture One Pro entstanden. Wäre das gleiche Ergebnis auch mit Lightroom zu realisieren? Eine gute Frage, zumal ich an anderer Stelle mit einem entsprechenden Versuch schon gescheitert bin. Trotzdem, ich wollte es wissen und so habe ich Lightroom angeworfen und versucht das Ergebnis zu wiederholen:

Im Prinzip ist es hier das gleiche Vorgehen wie oben. Allerdings habe ich beim Himmel feststellen müssen, dass das Verlaufstool von Lightroom an dieser Stelle verglichen mit Capture One nicht soviel „Biss“ hat, weswegen in der Lightroom-Version zwei Verläufe über dem Himmel liegen. Wenn man das weiß ist das aber an sich kein Problem, die Ergebnisse sind zwar nicht identisch, aber hier deutlich ähnlicher als in meinem letzten Experiment. Im Detail sieht man aber schon die Unterschiede, wie beispielsweise die Wolken oben links im Bild. Die Interpretation von Lightroom ist an dieser Stelle eine komplett andere als die von Capture One Pro.

Unterm Strich habe ich aber wieder gelernt, dass es manchmal nützlich sein kann alte Bilder nicht einfach wegzuschmeissen nur weil man sie eingangs nicht mag. Werkzeuge werden mächtiger, Ansichten und Kenntnisse ändern sich. Gerade zweiteres war hier ausschlaggebend. Eine Bearbeitung wie oben wäre 2013 natürlich auch schon möglich gewesen.

Christian Rohweder
Jahrgang 1969, begeisterter Fotomensch, Motorradfahrer und Modellbahner (in Pause - leider).

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