Faszinierendes Medium

Bilder begeistern mich. Denn in Ihnen liegt die Kraft, den Menschen Emotionen, Eindrücke und auch Informationen binnen kürzester Zeit zu vermitteln. Schon die Höhlenmenschen vermittelten Informationen als Bild und im Laufe der Zeit wurden Bilder nicht nur Informationsmedium, sondern entwickelte sich immer weiter. Gerade in der heutigen Zeit macht es einfach Spaß, einen Moment, einen Augenblick festzuhalten, um sich später erinnern zu können.

Ich liebe Fotos und ich trage diese Begeisterung mit in meine Arbeit. Egal ob freie oder Auftragsarbeit.

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Wieviel Akku braucht der Mensch?

Wir Fotografen sind von einem Teil unseres heutigen Equipments so abhängig wie von kaum einem anderen: dem Akku. Ohne Strom nichts los, so einfach ist das. Wenn eine Linse den Geist aufgibt kann man notfalls mit einer anderen weiterarbeiten. Aber ohne Strom? Dann taugt der Rest nur noch als Briefbeschwerer. Aber wieviel Akku braucht man denn nun wirklich?

Diese Frage umtreibt uns Fotovolk immer wieder. Und eine generelle Formel gibt es nicht. Denn so unterschiedlich wie die Einsatzzwecke sind, so unterschiedlich sind auch die Anforderungen an den Strombedarf. Bei Spiegelreflexkameras ist das an sich relativ unkritisch – solange man nicht kontinuierlich mit dem Liveview arbeitet. Ich schaffe in meiner D700 mit einem Akku in der Regel so 1.300 Bilder. Manches mal auch mehr, unter optimalen Bedingungen reichte es auch schon mal für 1.500 Bilder.

Spannend wird es dagegen im Bereich der Systemkameras, Superzooms, Kompakte etc. Denn diese Kameras benötigen deutlich mehr Energie als eine DSLR. Warum ist das so? Eine DSLR benötigt den Strom vorrangig für

  • Belichtungsmesser
  • Autofokus
  • ggf. Bildstabilisierung
  • Bildkontrolle

Das sind immer nur kurze Momente, in denen die Kamera wirklich Strom benötigt. Bei Nicht-DSLRs kommt noch ein entscheidender Punkt hinzu:

  • Bildkomposition

DSC01028-christianrohweder-deDer Teil der am längsten benötigt. Während bei einer DSLR hier auf den optischen Sucher zurück gegriffen wird der keinen Strom benötigt, sieht das bei Systemkameras und ähnlichen anders aus. Um das Bild auf dem Bildschirm oder den elektronischen Sucher zu anzeigen zu können wird permanent Strom benötigt um a) Sucher oder Bildschirm benutzen zu können und b) auch der Sensor benötigt eine kontinuierliche Stromversorgung. Zudem laufen bei diesen Kameras Belichtungsmesser und Autofokus in der Regel auch permanent mit und werden nicht nur beim Antippen des Auslöseknopfes aktiviert. Und das leert den Akku natürlich deutlich schneller.

Für meine NEX-6 wird seitens des Herstellers beispielsweise angegeben, dass sie mit einer Akkuladung ungefähr 360 Bilder schafft. Gemessen an meiner D700 sind das keine 30 Prozent. Ein eindeutiges Handicap mit dem diese Kameras zu tun haben, keine Frage. Aber ist das kritisch einzustufen? Das kommt darauf an wie und wo man diese Kameras einsetzen möchte.

Will ich damit in die Wildnis, muss damit rechnen über mehrere Tage keine Lademöglichkeit für die Akkus zu haben, dann ist das nicht so witzig und ich tue gut daran, mich mit ausreichend Akkus einzudecken. Bleibe ich aber in der Zivilisation und kann meinen Akku abends laden ist muss ich mir an sich keine großen Gedanken machen. Dann kommt der Akku ins Ladegerät und gut ist.

Aber ich gebe zu, von der Akkuhysterie habe ich mich auch schon packen lassen. Für meine USA-Reise 2013 habe ich mir Gedanken gemacht, wie viel Akku ich wohl brauchen würde, denn die Nikon sollte zu Hause bleiben und die NEX-6 sollte mich begleiten. Einen zweiten Akku hatte ich damals bereits beim Kauf mitbestellt. Aber irgendetwas machte mich nervös. Und trotz des Wissens, abends die Akkus laden zu können, habe ich mich zum Kauf eines dritten Akkus hinreissen lassen.

Was soll ich sagen: das Geld hätte ich mir sparen können. Denn selbst an Tagen in denen ich exzessiv fotografiert habe, musste ich den zweiten Akku gerade mal die letzten Bilder abdecken. Und einmal habe ich auch den Stresstest gemacht, ich wollte wissen, wie viele Bilder sind machbar, wenn ich die Kamera auf maximales Stromsparen trimme und mir vor dem „Hochreissen“ der Kamera Gedanken mache, wie will ich das Motiv einfangen. Das Ergebnis: nach 540 Bildern war der Akku leer. Ja, die Bedingungen waren optimal, angenehme 15 bis 21 Grad, kein Blitz eingesetzt. Und die Kamera bei Nichtgebrauch auch gleich wieder ausgeschaltet.

Ergo ist das Thema Akku auch bei Nicht-DSLRs nichts was einen in Panik versetzen muss. Je nachdem wie intensiv man fotografiert empfehle ich tatsächlich die Anschaffung eines zweiten Akkus. Ob es aber ein dritter oder sogar vierter sein muss, das entscheidet sich am persönlichen Einsatzzweck. Und wo ich gerade beim Empfehlen bin: ich persönlich empfehle ausschliesslich Originalakkus vom Hersteller. Ja, die sind verglichen mit Drittherstellern richtig teuer. Und solange man nur fotografiert wenn es draussen schön warm ist funktioniert das meistens auch gut. Interessant wird es bei niedrigen Temperaturen im Winter. Diesen Stresstest überstehen viele Billigakkus nicht und versagen innerhalb kürzester Zeit den Dienst. Wer das ganze Jahr über fotografiert sollte daher am Akku nicht sparen.

4 Kommentare

Word! Wer einmal einen explodierten Akku und die Folgen davon gesehen hat wird nicht mehr in Billigakkus investieren.

Toller Beitrag Christian! Danke.

Christian Rohweder am 15. Februar 2015 o 14:03 Antworten

Toitoitoi, mir ist bisher noch kein Akku explodiert und ich hoffe, mir bleibt das auch erspart. Aber die Bilder die es hin und wieder gibt lassen böses erahnen. Da steckt ja doch richtig Wumms (im wahrsten Sinne des Wortes) dahinter. Da hast Du recht, allein das ist es schon wert das Mehrgeld auszugeben. Es ist zwar keine Garantie, dass so ein Akku nicht explodiert, aber die Wahrscheinlichkeit stufe ich dann doch als deutlich niedriger ein als bei einem Billigakku.

Toller Text, Christian. Danke dafür.

Christian Rohweder am 15. Februar 2015 o 20:12 Antworten

Bitte, sehr gerne 🙂

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