Faszinierendes Medium

Bilder begeistern mich. Denn in Ihnen liegt die Kraft, den Menschen Emotionen, Eindrücke und auch Informationen binnen kürzester Zeit zu vermitteln. Schon die Höhlenmenschen vermittelten Informationen als Bild und im Laufe der Zeit wurden Bilder nicht nur Informationsmedium, sondern entwickelte sich immer weiter. Gerade in der heutigen Zeit macht es einfach Spaß, einen Moment, einen Augenblick festzuhalten, um sich später erinnern zu können.

Ich liebe Fotos und ich trage diese Begeisterung mit in meine Arbeit. Egal ob freie oder Auftragsarbeit.

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Fortschritt verteufeln – oder Kampf dem elektronischen Sucher

Es ist immer wieder bemerkenswert – und für nicht so versierte Leser bedauerlich – wenn sich Redakteure größerer Verlage dazu hinreißen lassen, einfach Unfug zu schreiben. So schreibt Sascha Steinhoff vom Heise-Verlag darüber wie wenig fortschrittlich ein elektronischer Sucher doch sei.

Stromfressend, langsam und verfälschte Realität sind unterm Strich die Attribute, die Herr Steinhoff für einen elektronischen Sucher findet. Und hinterlässt beim unbedarften Leser einen meiner Meinung nach falschen Eindruck. Ich selbst bin seit langer Zeit in beiden Welten Zuhause. Ich kenne sowohl die optischen Sucher meiner Nikons auch schon aus analogen Zeiten, genauso wie die Sucher meiner R1 und NEX-6. Beide natürlich nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik, aber ausreichend um ein paar Dinge gerade zu rücken.

Fangen wir mit den größten Negativpunkt an, dem Stromverbrauch. Es ist absolut richtig was Herr Steinhoff schreibt, bauartbedingt verbrauchen Kameras mit elektronischem Sucher mehr Strom. Denn sowohl der Kamerasensor als auch das Display benötigen zum Anzeigen der Bilder natürlich Energie. Bei einer Kamera mit optischem Sucher ist das nicht der Fall. Herr Steinhoff schätzt jedoch die Reichweite solcher Kameras falsch ein. Seiner Meinung nach hält ein Akku in einer Kamera mit elektronischem Sucher keinesfalls einen ganzen Tag Fotografieren durch.

Das ist so pauschaler Unsinn. Man muss in der Tat betrachten, was man fotografiert. Ich habe auch schon an einem Tag zwei Akkus in meiner D700 mit optischem Sucher leer fotografiert. Wohingegen ich in Neuengland auch schon 550 Bilder mit einem Akku in meiner NEX-6 erreicht habe. Ganz klar, die Akkureichweite bei einem optischen Sucher ist größer, das ist unbestritten. Aber ein Schreckgespinst zu erzeugen ist schlicht nicht angebracht.

Stichwort Geschwindigkeit. Meine betagte R1 ist in der Tat langsam was den Sucher angeht. Sport würde ich damit sicherlich nicht fotografieren, denn die Verzögerung zwischen Realität und dem erzeugten Sucherbild ist sehr deutlich. Anders die NEX-6. Hier ist das Sucherbild locker schnell genug und aktuelle Systemkameras haben da mittlerweile noch mal eine große Schippe drauf gelegt. Mit aktuellen elektronischen Suchern ist das Thema Geschwindigkeit meiner Meinung nach vom Tisch. Und ich schätze mal, das 2016 noch das eine oder andere in diesem Bereich passiert.

Verfälschtes Bild.

Er soll das Fotomotiv so zeigen wie es ist und das bitteschön in Echtzeit! Und genau bei diesen wichtigen Punkten hakt es bei allen elektronischen Suchern.

Leider eine pauschale Behauptung ohne Beleg. Der Sucher zeigt die Bilder so an, wie ich als Fotograf mir mein Endprodukt vorstelle. Soll heißen, ich kann bestimmen wie ich das Bild sehen will. Real oder bereits mit ersten Bearbeitungen. Und hier zeigt sich bereits einer der Vorteile eines elektronischen Suchers bezogen auf JPGs: Ich sehe das Endprodukt noch vor dem Auslösen. Bei einem optischen Sucher ist dies nicht möglich. Eine mögliche Schwarz-Weiß-Umsetzung muss hier zunächst im Kopf statt finden. Oder wenn ich hohe Kontraste mag, dann bekomme ich bei entsprechender Einstellung bereits vor dem Auslösen einen Eindruck vom möglichen Ergebnis. Und das in Echtzeit.

Optische Sucher oder elektronischer, dazu hatte ich im Sommer 2013 bereits etwas geschrieben. Es mag persönlicher Geschmack sein. Und wer den optischen Sucher vorzieht dem sei es zugestanden. Was mich an dem Kommentar von Herrn Steinhoff stört ist, dass sein Kommentar auf einem veralteten technischen Stand basiert. Und mein Eindruck ist auch, dass er sich mit der Materie nicht auseinander gesetzt hat. Selbst wenn ein Redakteur keinen Bericht schreibt sondern einen Kommentar erwarte ich, dass er sich vorher informiert. Ansonsten endet das auf dem Niveau einer großen deutschen Boulevardzeitung und dem Leser der sich informieren möchte ist schlicht nicht geholfen. Auch nicht damit, das man sich dem Fortschritt verschließt.

Fazit: Elektronische Sucher von heute haben einen Schwachpunkt. Und das ist wie oben genannt das Problem mit dem Akku. Das war es aber auch. Ansonsten kann man heute bedenkenlos Kameras mit optischem Sucher kaufen.

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